Neues aus der Werkstatt
Seit Jahresanfang
dreht sich für die derzeit sehr aktive Jugend im Verein alles nur noch
um ein großes Thema: Die SUNRISE. Dallis UL-Urahn wird zur Zeit zum
Flugsimulator umgebaut. Nach ca. 10 Monaten Schaffen ist es jetzt an der
Zeit für eine Zwischenbilanz.
Am Anfang stand wie bei
so vielem die geniale oder vielleicht auch absolut absurde Idee.
Entsprungen ist sie unserem Jugendleiter, weitergesponnen haben dann
Alex, Philipp und Dani. Jochen war zwar anfangs noch etwas
zurückhaltender aber bereits nach kurzer Zeit schon von der Idee
überzeugt, sodass der Einfallsozusagen von der kompletten Jugend
einstimmig getragen wurde.
Der Rest der Gruppe stellte sich aber die Frage ob denn wirklich eine
Fortsetzung der Libelle-Story sinnvoll und "nötig" ist? Eine sehr sinnvolle Frage mit vielen Antworten: Zum einen
konnte bei der Libelle so einiges nicht komplett realisiert werden und
im Betrieb zeigten sich auch hier und da im Laufe der Zeit einige "Defizite" die sich eben nicht von heute auf morgen beheben
lassen. Ein weiteres Argument: Warum sollen die "neuen" Jungen nicht
zeigen dürfen, dass auch diese Generation zu mehr als Fläche polieren
gut ist?
Einige Überzeugungsarbeit war also wie schon bei der Libelle absolut
notwendig.
Die Entscheidung sich um
den Rumpf zu bemühen wurde dann aber durch Jugendversammlung und Ausschuss
gebilligt und auch Dalli war dem Projekt nach einigen Nächten Schlaf
nicht abgeneigt...
Blieb noch ein Problem: Wie soll der Wiederaufbau vonstatten gehen?
Schließlich handelt es sich nicht mehr nur um einen Schreibtisch-PC in
einem Flugzeugrumpf, sondern um ein hochkomplexes Machwerk mit
erheblichen Anforderungen an die Macher, von denen bisher kaum einer die
nötigen Erfahrungen mit ähnlichen Projekten gesammelt hat. Und vor
allem: Wie sollen wir die "Aktion" finanzieren? Immerhin stand die
Baugenehmigung für zwei Jugend-Container noch aus und schon allein deren Kosten
konnten den Jugendetat recht schnell überstrapazieren.
Dennoch wurde dank einiger Sachspenden, "organisierter" und vorhandener
Bauteile die Sache in Angriff genommen: Am 9. Februar brach für das
Rümpfle eine neue Zeitrechnung an.
Schon nach einigen wenigen Wochen war der
"Zenith" überschritten und statt auseinandernehmen ging es jetzt mit
viel Gefühl ans aufbauen. Die ersten Zeitvorgaben sahen eine
Fertigstellung unter günstigen Bedingungen schon zum Flugplatzfest 2007
vor, mussten aber aufgrund etlicher schöner Flugtage schon Ende April
verworfen werden.
Die große Schweißarbeit war zwar recht bald abgeschlossen, dafür
warteten aber diverse diffizile Arbeiten am Stahlrohrgerüst des ULs auf
die Mannschaft: Halterungen einpassen, Steuerungsteile anpassen,
Schrauben austauschen, Motor zerlegen,...
So kamen die Jungs schon sehr bald an einen nahenden Totpunkt. Die
großen sichtbaren Veränderungen blieben immer öfter aus, stattdessen
musste man sich schon mit einigen kleinen "Kleckereien" zufrieden geben.
Große Bauchschmerzen kamen auch beim Gedanken
an ewige Verkabelungen und Leitungsverlegereien aufkommen, die bereits
ab Mai/Juni begonnen haben.
Trotzdem. Wie man heute gut sehen kann, hat die Gruppe nach einer
Tiefphase im Juli und August mit eisernem Willen weitergearbeitet und im
September wurde mit den Halterungen für die
Instrumentenbretter der Endspurt für die Lötzwerge und Kabelfritzen
eingeleitet. Auch die Mannschaft hatte Zuwachs bekommen: Markus Ruf ist
im August zu uns gekommen und unterstützt seitdem auch aktiv die
Aufbauarbeit an der Sunrise.
Bis Mitte November waren dank kalter Werkstattabende bereits beide
Instrumentenbretter funktionsfähig an ihrem Platz und die beiden Knüppel
taten brav ihren Dienst.
Damit fiel vor allen den "Denkern" der Gruppe ein großer Stein vom
Herzen, denn hätte die Kabelei im Fiasko geendet, wären
knappe zehn Monate Arbeit für die Katz gewesen, denn trotz allem anderen
Krimskrams im ehemaligen UL ist die Hardware immer noch das Kernstück,
ohne welches alles andere keinerlei Funktion hätte.
Die Feuertaufe ist jetzt also bestanden und allmählich kündigt sich in
der Werkstatt wieder die Ära der Harz- und Schleifneger an, die sich in
absehbarer Zeit mit vollem
Elan
in ihre Arbeitskittel stürzen werden und sich an die optischen
"Restarbeiten" machen...
Fazit: Was auch
immer die Zukunft für das Projekt bringen mag, es schon jetzt steht eines fest: So
ein umfangreiches Projekt hat keine Jugendgruppe im Verein bisher jemals
angegangen und keine Mannschaft hat es so weit gebracht wie die
derzeitige Jugend. Schon allein das sollte für die Jungs ein Ansporn
sein, das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Schließlich ist
die wichtigste Arbeit so gut wie abgeschlossen und das Schicksal hat
trotz einiger defekter 15"-Monitore den Nachwuchspiloten noch keine
größeren Steine in den Weg gelegt, was auf ein gutes Ende hoffen lässt.
Zudem hat das Projekt mittlerweile auch bei allen Mitgliedern der Gruppe Freunde
gefunden und jeder ist auf den offiziellen "Jungfernflug" gespannt. Der
soll übrigens nach dem aktuellen Zeitplan pünktlich zum 75jährigen
Vereinsjubiläum am Flugplatzfest am 5./6. Juli 2008 stattfinden.
Man darf also gespannt sein!